... die Wahl zum Bundespräsidenten ist vorbei, der Bundeskanzler ist gewählt, der Bundespräsident ernannt - es wird wieder politisch ruhiger in Österreich.

Ich bin aber dafür, dass wir politisch interessiert bleiben und den PolitikerInnen unsere Meinung zu den verschiedenen Themen zukommen lassen sollten - das ist zumindest mehr als zu schweigen und nur Nutznießer oder Konsument zu sein.

Zum sensiblen Thema hier in Österreich zählt die Frage wieviele Asylanträge sich Österreich leisten kann (wenn man von der FPÖ ausgeht wahrscheinlich keine, weil uns die Asylanten Geld, Arbeit und "unsere" Frauen" wegnehmen und arbeiten wollen sie auch nix, darum müssen Zäune errichtet werden. Traurig ist, dass viele Österreicher ebenfalls so denken). SPÖ und ÖVP scheinen sich noch "unter Faymann" auf 37500 Anträge geeinigt zu haben. Dass das nicht bedeutet, dass diese 37500 Anträge auch positiv für die Asylsuchenden ausgehen ist klar, oder? - sind ja nur Anträge, von denen, laut dem Artikel, bis jetzt ca. 22000 existieren. Der neue Bundeskanzler Kern geht hier von ca. 11000 Anträgen aus, die eventuellen Erfolg für die AsylwerberInnen versprechen und gerät in's Kreuzfeuer seiner eigenen Partei und der zweiten Regierungspartei, der ÖVP.

Warum sich Personen der eigenen Partei (SPÖ), oder Personen der zweiten Regierungspartei (ÖVP), mediale Schlachten liefern verstehe ich nicht. Aufgrund meiner Stimme bei der Landtagswahl verlange ich von SPÖ Politikern, aber auch von Politikern der ÖVP, die sich durch die Zusage zur Koalition mit der SPÖ zur Zusammenarbeit verpflichtet hat - hört endlich auf euch medial hervor zu tun, die Medien dazu zu verwenden Dreckswäsche zu waschen und so wie in diesem Fall innerhalb der Regierungsparteien Unruhe zu stiften, was zum Einen der FPÖ in die Hände spielt, zum Anderen Österreicher verunsichern!

Ich fordere daher unseren Innenminister Herrn Wolfgang Sobotka (ÖVP), unseren Verteidigungsminister Herrn Hans Peter Doskozil (SPÖ) und den Generalsekräter der ÖVP Herrn Gernot Blümel auf, bevor mit Aussagen gegenüber des Bundeskanzlers an die Öffentlichkeit gegangen wird, sich zu treffen, das Thema zu besprechen und zu hinterfragen was der Herr Kern mit seiner Aussage eigentlich gemeint hat, bevor wild durcheinander geschrien wird und alle narrisch gmacht werden!

Das habe ich ihnen auch mitgeteilt ...

Brief an das Innenministerium:

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Sehr geehrter Herr Sobotka,

ich schreibe Ihnen bezüglich des Artikels auf orf.at "Das Spiel mit der Obergrenze".

In diesem Artikel befürchten Sie, laut ORF, einen Linksruck des Bundeskanzlers und stellen sich, meiner Meinung nach, gegen ihn. Ihnen wäre also ein Rechtsruck lieber?

Nachdem die SPÖ und die ÖVP die regierenden Parteien bilden, schlage ich Kooperation in dieser Angelegenheit vor. Genügt Ihnen eine FPÖ nicht, die genau auf solche Themen wartet, um die Bevölkerung zu spalten? Meinen Sie nicht, dass Österreich in dieser Thematik schon sensibel genug ist?
Ich nehme an, dass regierende Parteien miteinander und nicht gegeneinander arbeiten und mediale Äußerungen zuvor abgesprochen werden sollten - falls die Aussagen in diesem Artikel wahrheitsgemäß wiedergegeben wurden.

Kein Österreicher hat etwas davon, wenn Sie sich, genauso wie Herr Doskozil oder Herr Blümel, medial in dieser Art äußern. Möglicherweise verstehe ich aber die Zusammenhänge nicht oder habe ein falsches Bild von Regierungsparteien und ihrer Art der Zusammenarbeit!

mit freundlichen Grüßen - Marco Arcangeli
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und an den Verteidigungsminister ...
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Sehr geehrter Herr Doskozil,

mit Verwunderung nehme ich wahr, dass politische Diskussionen scheinbar nur mehr in der Öffentlichkeit und über Medien ausgetragen werden (können).

Falls dem ORF Artikel Glauben zu schenken ist, dann sind Sie Herrn Kern's "Parteifreund", was immer das aussagen will, und treten offiziell gegen ihn auf - zumindest mir der Aussage: „Wir müssen mit Zahlen sorgfältiger umgehen, sonst machen wir uns bei der Bevölkerung lächerlich“.

Meinen Sie nicht, dass Parteimitglieder der gleichen Partei Kooperation an den Tag legen sollten? Sind Sie ein Gegner von Herrn Kern? Wollen Sie den weiter rechts stehenden Parteien Kanonenfutter liefern, um genau bei dem Thema, welches Strache und Co für sich gepachtet zu haben scheinen, diesem unter die Arme zu greifen?

Und falls dem ORF Artikel keine Wahrheit innewohnt - dann würde ich auch eine Stellungsnahme unter "Parteifreunden" erwarten.

Solange sich die SPÖ nicht einig ist und in der Öffentlichkeit Schmutzwäsche wäscht, solange profitieren andere davon! Mit den korrekten Zahlen gebe ich Ihnen aber gerne recht.

mit freundlichen Grüßen - Marco Arcangeli

PS: ich bin SPÖ Wähler und erwarte Einigkeit, alles andere ist nicht zielführend
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zum Artikel auf orf.at

Asylverfahren in Österreich - auf www.menschen-leben.at

und weil es gerade gut passt:

"Falter"-Journalistin Barbara Toth und "Report"-Präsentatorin Susanne Schnabl freuen sich über den Kurt Vorhofer- bzw. Robert Hochner-Preis.

Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft, appellierte bei der Preisverleihung in der Präsidentschaftskanzlei der Wiener Hofburg an Journalisten und Medien, Gräben nicht weiter aufzureißen und nicht dafür zu sorgen, dass vielleicht tatsächlich eine Spaltung in diesem Land stattfindet. Journalismus lebe von der Zuspitzung und eine differenzierte Berichterstattung erreiche sicher nicht die Breite wie Boulevardmedien. "Wenn es um das politische Klima geht, ist das aber höchst gefährlich", so Bauer.

"Wir berichten nicht nur über Stimmungen, wir machen diese auch", erklärte der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft. "Wir sollten Sprache dazu benutzen, zu berichten und nicht zu richten." Zugleich sei es Aufgabe der Medien, für das "klare Wort" zu sorgen. Politische Sprechblasen müssten ebenso demaskiert werden wie politische Demagogen.