Die Definition eines Vereins ist mir recht klar, dachte ich zumindest – laut Wikipedia: bezeichnet eine freiwillige und auf Dauer angelegte Vereinigung von natürlichen und/oder juristischen Personen zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks, die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist.

Jetzt war mir die Nähe zum Wort „vereinen“ und die Aussage „die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist“ noch gar nicht so bewusst.

Bei dem Wort „vereinen“ stelle ich mir die Frage was denn vereint werden soll?

Wird durch gemeinsames tun die Tätigkeit oder das Thema vereint, so dass nicht alle Menschen das gleiche, aber unabhängig voneinander tun, die Tätigkeit oder das Thema mehrerer folglich kanalisiert wird? Oder sollen die Menschen vereint werden, so dass eine Sache gemeinsam und miteinander getan wird, weil es Menschen bestimmt ist Dinge miteinander zu tun, weil es sonst nur das Individuum gäbe, welches aber der Gemeinschaft bedarf, um individuell handeln zu können – ohne Gemeinschaft kein Individuum?!

Wahrscheinlich trifft beides auf Vereine zu.

Die Aussage, dass Vereine in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig sein sollen verstehe ich nicht ganz – da jegliches organisierte Tun auch von der einzelnen Person abhängig ist, jede Gemeinschaft vom Einzelnen abhängig ist, auch in Vereinen nicht jedes Mitglied zu 100% ersetzt werden kann, ohne eventuelle Lücken zu hinterlassen, wobei natürlich immer jeder ersetz werden kann – sieht man in der Privatwirtschaft und Politik auch recht deutlich. Der Hinweis wird also darauf abzielen, dass die Mitglieder des Vereins keine tragenden Rollen einnehmen, tragende Rollen anfänglich nur von min. 2 Personen übernommen werden „müssen“, damit ein Verein zuerst „errichtet“ und dann „entstehen“ kann.
Den in mir aufkommenden Gedanken wollt ich vorerst nicht wahr haben, dass es egal ist in diesem Zusammenhang, ob ein Mitglied aktiv ist oder nicht - genau so ist es aber, es ist ihm egal, dem Verein, dem ÖTK genau so wie dem Gebirgsverein - wenn es ihnen gut geht nehme ich an. Und ich nehme weiters an, dass es ihnen gut geht.

Nun möchte ich alpine Vereine beleuchten, so wie sie sich mir in der Vergangenheit und Gegenwart gezeigt haben, soweit sie sich mir gezeigt haben.

Zuerst möchte ich aber noch die Gründe meiner Beitritte zu den jeweiligen Vereinen erläutern, damit auch einige, natürlich nicht alle, Beweggründe genannt werden.

Der erste Verein dem ich beigetreten bin war der Alpenverein und dort die Sektion Edelweiß. Der Grund diesem Verein beizutreten war mein Wunsch die staatliche Ausbildung zum Instruktor Alpinklettern zu absolvieren, was nur durch oder über einen Verein möglich ist, nachdem ich mir einbildete, dass ich dazu geeignet wäre … öööh :)

Vieler Menschen Grund einem Verein dieser Art beizutreten ist die Versicherung bei Unfällen, die damit verbundene Bergung und die Möglichkeit auf Hütten kostengünstiger unterzukommen.

Diese Gründe waren es definitiv nicht, welche mich zum Verein zogen – ich bin aber auch froh, dass mir und meinen MitkletterInnen vor meiner Vereinszeit nichts passierte, was eine Bergung notwendig gemacht hätte, bis jetzt nicht möcht ich anmerken, übernachtet hab ich, wenn, dann im Karl-Ludwig Haus bei Heike und Wolfgang oder im Freien.

Da wäre jetzt die Story vom Karl-Ludwig Haus fällig, bei dem der ÖTK vom Preinergschaid bis zum Karl-Ludwig Haus aufgraben lies, um das Haus mit Strom und dem notwendigen Anschluss zu versorgen - verabsäumte aber gleich Schläuche für die (zukünftige) Wasserversorgung mit zu verlegen - aber das würde zu weit führen, ich schreib nur Ladik :)

Typisch ist diese Vorgangsweise nicht, normalerweise wird zuerst beigetreten, dann geklettert und aus dem Verein heraus bemerkt (selber oder der Verein merkt es), dass Wunsch oder Fähigkeit zum Instruktor vorhanden ist und dieser dann absolviert, um im Verein eine Funktion zu übernehmen, entweder um Kurse zu leiten oder ehrenamtlich Mitglieder des Vereins in die Wand zu führen, was eigentlich Hinz und Kunz mit der entsprechenden Erfahrung auch könnten, Versicherungen sich aber doch durch die in der Ausbildung vermittelten Kenntnisse absichern wollen.

Aus dieser Reihenfolge könnte man schon ersehen, dass ich nicht der typische Vereinsmensch bin – ich trat einem Verein noch niemals bei um ihm anzugehören.

Vielleicht gehört aber auch genau diese Distanz dazu, um die Dinge so sehen zu können wie ich sie hier niederschreibe.

Um die ungefähre Größenordnung von alpinen Vereinen aufzuzeigen führe ich hier Mitgliedszahlen und Mitgliedsbeiträge der größten Vereine an, welche unter der Dachorganisation Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) organisiert sind.

Verein   Mitglieder Mitgliedsbeitrag 2017
Alpenverein Österreich   ca. 500.000 (Stand Anfang 2016) 61,00 €
Naturfreunde Österreich   ca. 153.000 (Stand Ende 2016) 45,60 €
Österreichischer Touristenklub   ca. 15.000 (Stand Ende 2016) 51,00 €
Österreichische Bergsteigervereinigung   ??? ??,?? €
Österreichischer Alpenklub   ca. 400 (Stand ???) 55,00 €
usw.      

 

Wir können hier also, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, von ca. 668.400 Mitgliedern ausgehen.

Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag liegt bei ca. 53 €, was an Einnahmen von Mitgliedsbeiträgen ca. 35,4 Millionen € pro Jahr ergibt.

Soweit so gut – ich absolvierte die Ausbildung und fiel bei der ersten Prüfung in Rettungstechnik durch, war ja alles neu für mich, weil mein erster Kurs übehaupt, im zweiten Anlauf schaffte ich die Prüfung doch noch und war Instruktor.

Die Ausbildung erstreckt sich über ca. 3 Wochen mit ca. 160 Stunden in drei Teilen – erster Teil Theorie, zwei weitere Teile mit Theorie und Praxis folgen.

Hier die Daten zur Ausbildung im Jahr 2017:

Eignungsprüfung 24.05.2017 Dachsteingebiet/Pürgg
1.Teil 25.05. – 28.05.2017 Salzburg/Rif
2.Teil 08.07. – 15.07.2017 Grazer Bergland u. Hochschwab bzw. Bruck/Mur
3.Teil 22.07. – 26.07.2017 Wiesberghaus/Dachstein
Komm. Abschlussprüfung 27.07. – 29.07.2017 Wiesberghaus/Dachstein

 

Die Ausbildung wird von den Alpenvereinen getragen, die Fahrt- und Übernachtungskosten – von ca. 600 oder 700 € (ich weiß es nicht mehr genau) werden selber getragen – Rückerstattung dieses Betrages ist bei Tätigkeit für den Verein möglich was auf der Alpenvereinsseite so wiedergegeben wird:

Aktive Mitglieder der Alpin- und Jugendteams des Alpenvereins, die diese Ausbildung erfolgreich absolvieren, erhalten zudem rückwirkend die Aufenthaltskosten rückerstattet. Link zur Seite

Ich machte mir also nach absolvierter Prüfung Gedanken über mir mögliche Touren, ließ sie dem Verantwortlichen zukommen, wir einigten uns, nachdem ich gern unabhängig von Zeit und Raum bin, auf E-Mail Aussendung meiner Touren an interessierte Mitglieder.

Meine damaligen Tourenvorschläge hier:

Hohe Wand - Betty & Paul 5+/6
Hohe Wand - Tirolersteig Mixtüre 5
Rax - Großes Höllental - Klobenwand - Gaisbauer Jug 5
Hohe Wand - Draschgrat mit Varianten 4-6
Hohe Wand - Duettsteig und Draschgrat mit Varianten 5-6
Rax - über Göbel-Kühn-Steig - Preinerwand direkt 5
Rax - über Göbel-Kühn-Steig - Preinerwand Ostweg 5
Schneeberg - Stadelwandgraben - Brunnerweg 5-
Rax - Altenberg an der Rax/in der Naß - Wildes Gamseck 2
Rax – Griesleiten/Großau - Advokatensteig - alter, nicht mehr begangener Steig laut Benesch Führer auf die Raxalpe von 1922 - zwei kurze Kletterstellen 2/3 - zwischen Haidsteig und Preinerwandsteig

 

Leider wurde aus den Touren aus mir unbekanntem Grunde nichts – eventuell war mein Zeugnis ausschlaggebend oder niemand hatte Interesse, ich kann es nicht sagen.

Das war in den Jahren 2013/2014 und es geht weiter …

Einmal Kletterluft geatmet wollte ich mich weiterbilden in diesem Bereich und schrieb mich, neben der Sektion Edelweiß, beim ÖTK aus dem einzigen Grund ein, um eine Ausbildung mit zwei sehr guten Ausbildnerinnen zum Übungsleiter Indoor/Outdoor zu absolvieren – Anmeldung beim ÖTK war dazu notwendig.

2015 absolvierte ich also erfolgreich diese beiden Kurse. Kostenpunkt ca. 550 €, Zeitlicher Aufwand 4 Wochenenden und einige Praxisstunden in Kletterhallen, bei anderen Kursen als Assistenz für den Übungsleiter Indoor und eine weitere Woche in der Laussa, Kostenpunkt 340 €, und zusätzlich noch eine Woche klettern auf Sizilien in San Vito Lo Capo, was wiederum als Praktikum für den Übungsleiter Outdoor angerechnet wurde, Kostenpunkt 400 € für Kurs und natürlich die Fahrtkosten, welche allerdings gleich als Teil des dreiwöchigen Urlaubes für Hin- und Rückfahrt mit dem Motorrad sinnvoll investiert wurden – darum zähle ich sie hier nicht auf.

Jetzt bin ich bei ca. 2000 €, welche ich, neben den Kosten für Material wie Seile, Expressen, Bandschlingen und Karabinern, grob geschätzt 600 €, für meine Ausbildung aufgebracht habe – sagen wir also 2600 €.

Jetzt hab ich die Koste für die Unterkünfte in der Laussa und auf Sizilien vergessen - egal, interessiert den Verein eh nicht!

Ja, klettern ist teuer, lernen scheinbar auch!

Und ich zähle hier noch gar nicht die notwendige Kleidung auf, welche für dieses Hobby notwendig ist, welches atmungsaktives, warmes, wasser- und windabweisendes Zeugs, samt Schuhwerk zum Gehen und Klettern bedarf – das sind, ich hab keine Ahnung, geschätzte 1500 € zusätzlich.

Sind wir also bei ca. 4000 € alles in allem.

Und wie geht es weiter? Und was mach ich jetzt mit meinem Wissen?

Na ich geh einmal in die Bäckerstraße, der Zentrale vom ÖTK, und hol mir meine Zeugnisse – und prompt frägt mich dort ein Mitarbeiter, nach dem er von meinem Instruktor Alpinklettern erfuhr, ob ich nicht Touren für den ÖTK führen will?

Und klar wollte ich, weil ja das Führen von Touren für den Alpenverein/Edelweiß nix geworden ist. Hinterlasse also dort meinen Namen und das Versprechen mich per E-Mail zu melden, um einen Termin mit dem Alpinkoordinator auszumachen.

E-Mail habe ich geschrieben – nur hat sich der ÖTK nicht mehr gemeldet – seltsam, aber wahr!

Was ich hier jetzt noch einmal erwähnen möchte ist, dass es sich beim Alpenverein und ÖTK um Vereine handelt, ich zwar Vereine nicht unbedingt brauche, um Vereinsmeiere zu betreiben, ich aber auch nicht in den Genuss von Vereinsmeiere kam, weil da keine Möglichkeit war Menschen aus dem Verein kennen zu lernen und mit ihnen zu kommunizieren, noch Zeit war, um mit ihnen zu klettern oder nur ein Bier zu trinken (auf meinen Touren mit den Mitgliedern waren wir natürlich z.B. beim Postl auf ein Bier!) - und das gilt für den Alpenverein (beide angeführten Sektionen) wie auch für den ÖTK.

Ja und jetzt?

Fad war mir die ganze Zeit eh nicht wirklich, weil ich kein fader Typ bin und mir selber Klettereien samt Leute finde, wie sich an meiner Webseite ablesen lässt. Aber irgendwie dacht ich mir schon, dass so eine Tätigkeit für einen Verein schon eine tolle Sache wäre!

So dachte ich …

… und las im Internet, dass der Alpenverein, jetzt Sektion Gebirgsverein, Wanderführer sucht. Sofort nahm ich Kontakt zum zuständigen Alpinkoordinator auf und war so schnell Tourenführer mit 14 Touren im Internet hinterlegt, so schnell konnt ich gar nicht schauen (o) (o)

Natürlich keine Wandertouren, sondern alpine – und zwar auszugsweise so formuliert:

Kurztext Langtext
Die ruhige und schönste Seite der Rax - alpiner Flair mit Tiefblick. Kletterei im 2 Schwierigkeitsgrad nach UIAA. Auch bei Schneelage möglich! Abstieg über das Zahme Gamseck.
Je nach Verhältnis - Kondition für ca. 8 Stunden erforderlich.
  Die ruhige und schönste Seite der Rax - alpiner Flair mit Tiefblick. Kletterei im 2 Schwierigkeitsgrad nach UIAA. Auch bei Schneelage möglich!

Der Aufstieg vom Altenbergtal aus, über den Nasskamm und den Gupfsattel, auf der steirischen Seite der Rax, zum Wilden Gamseck, dauert ca. 1 1/2 Stunden.
Erst dann kommt man mit Fels in Kontakt. Der
ausgesetzte Einstieg alleine ist für "Erstbegeher" ein Erlebnis, wenn es darum geht zur Rinne zu gelangen, die uns bergauf führt. Die Tour ist im Frühling auch bei Schneelage machbar, da sie gut mit Bühlerhaken abgesichert ist und vielen "locals" als Winterübungstour dient. Bei schneefreien Verhältnissen eine Genußkletterei im wahrsten Sinn des Wortes. Falls sich noch Schnee in den Rinnen befindet, sollten Grödeln oder Steigeisen nicht fehlen.
Diese Seite der Rax ist ruhig, weil sich hier keine bewirtschaftete Hütte befindet. Die erste und letzte
Einkehrmöglichkeit ist der Altenbergerhof in Altenberg. Wenn sich also bei Schönwetter alle bergwütigen am Preinergschaid zusammenfinden und das Waxriegelhaus samt Karl-Ludwig Haus und Seehütte stürmen, ist man hier auf der sicheren und einsameren Seite. Belohnt wird man mit durchgehend festem Gelände, Ausblick auf die Schneealpe und Richtung Reißtal/Hinternaßwald.
Höhenunterschied: ca. 900m
Je nach Verhältnis - Kondition für ca. 8 Stunden erforderlich.
Sehr selten begangener Steig im Schwierigkeitsgrad UIAA 4- in der südliche Preinerwand - eine "wilde Fahrt" in mehr oder weniger festen Fels.
Trittsicherheit bei Schwierigkeit 4 UIAA ist hier unerlässlich!
Kondition für ca. 8 Stunden erforderlich.
  Sehr selten begangener Steig im Schwierigkeitsgrad UIAA 4- in der südliche Preinerwand - eine "wilde Fahrt" in mehr oder weniger festen Fels.
Trittsicherheit bei Schwierigkeit 4 UIAA ist hier unerlässlich!

Die Südseite der Preinerwand bietet mit ihrer Höhe von ca. 500 Metern die längsten, aber auch einige der "rustikalsten" Klettereien auf der Rax. Viele der Touren in dieser Wand wurden kurz nach 1900 erklettert. Heute werden die gut abgesicherten Routen der Preinerwandplatte der Südwand vorgezogen - beides hat seine Vorzüge.
Hier geht es nicht um den Schwierigkeitsgrad wie beim Sportklettern. Es geht hier um das alpine Gefühl, quasi um den Ursprung des Kletterns, welches uns viele Routen durch ihre sportliche Absicherung nicht mehr geben können.
Anstieg: Von Großau aus geht es Richtung Bachingerbründl und von dort zum Einstieg des alten Haidsteigs, der bis knapp vor der Schulter, dort wo sich der neue und der alte Haidsteig treffen, verfolgt wird.
Im Gepäck haben wir Klemmkeile, Bandschlingen, Hammer und Normalhaken und den einen oder anderen Camelot um die alten,
nicht restaurierten Stände zusätzlich abzusichern.
Von hier aus geht es durch schrofiges Gelände, Kamine und über Bänder aufwärts Richtung Preinerwand-Kreuz.
Abgestiegen wird über den Preinerwandsteig oder den neuen Haidsteig.
Höhenunterschied: ca. 900 m
Kondition für ca. 8 Stunden erforderlich.
Klassischer und wenig begangener Anstieg auf das Raxplateau. Hier ist man garantiert alleine unterwegs. Kletterei im Schwierigkeitsgrat UIAA 4-.
Trittsicherheit und beherrschen des 4 Grades UIAA von Vorteil!
Kondition für ca. 7 Stunden erforderlich.
  Klassischer und wenig begangener Anstieg auf das Raxplateau. Hier ist man garantiert alleine unterwegs. Kletterei im Schwierigkeitsgrat UIAA 4-.
Trittsicherheit und beherrschen des 4 Grades UIAA von Vorteil!

Das Innthalerband in der Kahlmäuer, benannt nach dem Erstbegeher von 1896: Holz-, Bergarbeiter und Bergführer Daniel Innthaler, ist ein wenig begangener und nicht restaurierter Anstieg.
Nicht restauriert bedeutet, dass keine neuen Sicherungen angebracht wurden, nur an altem und selber gelegtem Material gesichert werden muss.
Wie bei vielen Anstiegen dieser Generation handelt es sich hier nicht um eine Tour deren Reiz die Schwierigkeiten nach UIAA ausmacht. Eher geht es um das "Verschmelzen" mit Natur und Wand, dem Fühlen der Griffe und Tritte und dem Erkennen vorgegebener Strukturen.
Wenn wir bedenken, dass dieser Schwierigkeitsgrad damals ohne Sicherheitsvorkehrungen, oft ohne Seil und Haken, teils im Alleingang, von den Kletterern selbstverständlich beherrscht wurde, lernen wir wieder Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten zu setzen.
Wir sind mit Seil und mobilen Sicherungsmitteln unterwegs und haben den Vorteil, dass sich der eine oder andere Normalhaken früherer Zeiten in der Wand befindet, auf welche wir uns aber nicht ausschließlich verlassen wollen.
Die Herausforderung dieser Tour ist die leicht abdrängende Schlüsselstelle und das nicht immer ganz feste Gestein.
Anstieg vom Altenbergtal aus Richtung Gupfsattel und Wildes Gamseck. Vor dem Einstieg des Wilden Gamsecks links absteigend wird auf einem mehr oder weniger vorhandenen Pfad der Einstieg erreicht, welcher durch eine metallene Tafel markiert ist.
Abgestiegen wird über das Zahme Gamseck (Gamseckersteig), auch abklettern
über das Wilde Gamseck ist für Unermüdliche möglich. Vorbei an der Gamseckerhütte geht es retour zum Parkplatz in der Nass.
Höhenunterschied: ca. 1000m.
Kondition für ca. 7 Stunden erforderlich.
Bestens abgesicherte Kletterei im Schwierigkeitsgrad UIAA 4 bis 5+ in der Hohen Wand. Hier kannst du selber wählen welchen Weg du nehmen willst.
Klettererfahrung in Halle oder Klettergarten im Schwierigkeitsgrad 4 UIAA von Vorteil.
  Bestens abgesicherte Kletterei im Schwierigkeitsgrad UIAA 4 bis 5+ in der Hohen Wand. Hier kannst du selber wählen welchen Weg du nehmen willst.
Klettererfahrung in Halle oder Klettergarten im Schwierigkeitsgrad 4 UIAA von Vorteil.

Der Draschgrat ist seit Jahrzehnten prädestiniert, um Klettererfahrung zu sammeln. Schon beim Einstieg trennt sich die Spreu vom Weizen, wenn es um die Entscheidung UIAA 2 oder 4+ geht.
Und so geht es in der zweiten Seillänge weiter - entscheide dich für UIAA 3 oder 4. Was darf es in der dritten Seillänge sein - 2+ oder 4+? Die vierte Seillänge nimmt dir die Entscheidung ab - 3+ und Halbzeit! Darauf folgt eine leichtere Seillänge im leichten 3. Schwierigkeitsgrad, bevor du dich in der sechsten Seillänge für 4- oder 5+ entscheiden kannst. Jetzt noch die leichte Seillänge zum Ausstieg und es ist geschafft!
Achtung - Zustieg!
Über die Südwand zum Hochschwabgipfel (2277 m ü. A.) im Schwierigkeitsgrad UIAA 6-.
Zweitägige Tour mit Übernachtung auf der Voisthalerhütte.
Klettern im 5. Grad UIAA und Kondition für ca. 7 Stunden notwendig.
  Achtung - Zustieg!
Über die Südwand zum Hochschwabgipfel (2277 m ü. A.) im Schwierigkeitsgrad UIAA 6-. Zweitägige Tour mit Übernachtung auf der Voisthalerhütte.

Wir treffen uns in Seewiesen (974 m ü. A.) und gehen durch das Seetal, rechter Hand die Aflenzer Staritzen, linker Hand die Gschirrmauer, an der neuen Florlhütte vorbei hinauf zum Höllkampl (1449 m ü. A.), wo auch das Franzosenkreuz steht, welches an das Rückzugsgebiet der Seewiesner Bevölkerung um 1805 vor den Franzosen, erinnert. Weiter geht's zur Voisthalerhütte (1654 m ü. A.) in der wir übernachten, um am nächsten Tag zur ca. 300 Meter hohen Südwand und über den Lufthammer auf den Gipfel des Schwaben zu gelangen.
Zurück geht es über den Graf-Meran Steig zur Voisthalerhütte und nach einer Stärkung zum Ausgangspunkt nach Seewiesen.

Klettern im 5. Grad UIAA und Kondition für ca. 7 Stunden notwendig.
Bestens abgesicherte Route durch die Preinerwand im Schwierigkeitsgrad UIAA 6.
Nach dem kleinen Überhang in der ersten Seillänge steht der Kletterei, in überraschend festen Fels, nichts mehr im Wege.
Schwierigkeitsgrad 5+ UIAA wird empfohlen!
  Bestens abgesicherte Route durch die Preinerwand im Schwierigkeitsgrad UIAA 6.
Nach dem kleinen Überhang in der ersten Seillänge steht der Kletterei, in überraschend festen Fels, nichts mehr im Wege.

Vom Preinergschaid und über den Göbel-Kühn Steig, bei der neuen Seehütte vorbei , zur Preinerwand. Im Gegensatz zum rechts davon liegenden Einstieg zur direkten oder östlichen Preinerwand ist der Fels hier überraschend fest, man glaubt es kaum! Ist der Plattenrand einmal erreicht dürfen wir uns auf wunderschöne Plattenkletterei und - schleicherei freuen. In den folgenden drei Seillängen gilt - nomen est omen.

Schwierigkeitsgrad 5+ UIAA wird empfohlen!

 

Wie man sehen kann um einiges umfangreicher ausgeführt als die letzte Tourenliste. Ob das wirklich jemanden interessiert in dieser Länge ist natürlich eine andere Sache – aber schon alleine daran bin ich einige Stunden gesessen, die Auswahl der Fotos zu den Touren für die Gebirgsvereinswebseite noch nicht eingerechnet.

Wie auch immer, ich hatte es also geschafft und war ehrenamtlicher Tourenführer für den Gebirgsverein! *jipiiiiiie

So dacht ich einmal …

9 Touren von den 14 ausgeschriebenen wurden durchgeführt, hat mir auch Spaß gemacht und das km- und Taggeld vom Gebirgsverein hilft auch ein bissl – DANKE Gebirgsverein!

Jetzt ist Dezember und ich werde keine Touren mehr für einen alpinen Verein führen – warum kommt jetzt.

In meiner Beschreibung auf der Webseite zu meinem Profil steht und stand immer schon „mit gedanklichen Tendenzen zum Instruktor Breitensport“ – eh klar, oder?

Ich trainiere mittlerweile Kinder und Erwachsene in der Kletterhalle auf der Marswiese (welche auch vom Gebirgsverein genutzt wird) – seit diesem Jahr (2016). Macht mir auch Spaß, obwohl ich immer wieder meine Grenzen sehe, besonders in Bezug auf Kinder, die spielerisch super lernen, leistungsmäßig nur zögerlich, außer sie sind Leistung zu bringen gewohnt – spielerisch geht alles, zu sachlich und mit Druck nur wenig ist das Motto. Da brauch ich noch jede Menge Erfahrung und Input, weiß ich selber.

Gedacht getan, ich frag einmal meine Kontaktperson beim Gebirgsverein, ob ich die Ausbildung über den Verein machen kann – zuvor kommt mir aber noch die Einladung zur Weihnachtsfeier des Gebirgsvereins in die Quere. In die Quere deshalb, weil die Auswahl der beiden Möglichkeiten an sich, um zu einer Einladung zu kommen – eine Frechheit ist. Wir sprechen hier von einer Einladung an ehrenamtlich arbeitende Personen, die quasi unentgeltlich, ok, mit minimaler Entschädigung die in keinem Verhältnis zum zeitlichen Aufwand steht, Arbeit für den Gebirgsverein verrichten!

Und ich hab mich drüber beschwert bei meiner Kontaktperson beim Verein:

Da drück ich auf der Webseite der Einladung auf „Registrieren“ weil ich mir denk, endlich ein Termin, an dem wir zusammen kommen – und dann lese ich da „Freiwillige Spende“ und „Wir danken dir …mit dem du zu einer gelungenen Feier beiträgst“ und bei der zweiten Möglichkeit „Gratis-Ticket“ und „Du kannst dir keinen Unkostenbeitrag leisten? Schade! …“

Da kommt ein Gefühl von g.. s…….. in mir auf. Ich will es eigentlich nicht so emotional beschreiben wie es für mich war, aber wie kann das passieren, wieso steht da nicht „DANKE Leute und heut wird gefeiert – bitte kommt ALLE, der Verein lädt euch gerne ein!“? Weil es sich der Verein nicht leisten kann?
Wie kommt der Mensch hinter dieser Einladung auf die Idee ehrenamtlich arbeitende Personen um eine Spende zu bitten und sie bei der zweiten Möglichkeit noch zu verhöhnen, in dem er schreibt „Du kannst dir keinen Unkostenbeitrag leisten? Schade!“ Ich kenn ihn nicht, aber entweder stimmt mit dem Menschen etwas nicht oder ich versteh da Grundlegendes falsch?!

Ich habe meinen Eindruck weitergeleitet – kaum eine Reaktion war da zu sehen – leider …

Denk nur ich hier läuft etwas falsch? Denken sich das mehrere Menschen und schlucken es runter, ist ihnen das egal? Wurde das der verantwortlichen Person mitgeteilt? Ich weiß es nicht, ich hab mir zwar eine Gratiseinladung reserviert, hatte dann aber keine Lust mehr auf diese Weihnachtsfeier – was aber noch einen Grund hat.

Am selben Tag wie das Weihnachtsfeier-Desaster war da noch ein Mail mit folgendem Inhalt:

Eurer aller Arbeit ist es geschuldet, dass heuer das beste finanzielle Ergebnis des Alpinteams eingefahren werden wird. Darauf können wir alle miteinander stolz sein. Ich freue mich über jede bei mir einlangende Tour, die das alpine Angebot des Gebirgsvereins wieder um ein Stück erweitert, und sehe das auch als zusätzliche Motivation weiterhin und umfangreich für den Gebirgsverein zu führen. Mit all jenen, denen es heuer nicht gelungen ist aktiv für den Gebirgsverein tätig zu sein, würde ich gerne in Kontakt treten, um zu klären was wir in Zukunft im Gebirgsverein für euch und eure Tätigkeit verbessern können. Es wäre schade um so viel soziale und alpine Kompetenz.

Hier will mit denen in Kontakt getreten werden, die nicht aktiv für den Verein tätig waren. Und was ist mit denen, die es waren? Bei denen ist ausgeübte soziale und alpine Kompetenz selbstverständlich? Nach dem Motto – wenn alles glatt läuft, dann braucht man kein Ohrwaschl zu rühren?

Liest sich für mich wie (aber möglicherweise war das so ja nicht gemeint, nur wurde nicht wirklich nachgedacht über den Inhalt oder die Formulierung): wir wollen ein noch besseres Ergebnis in finanzieller Hinsicht mit der Hilfe der momentan nicht aktiven Personen – darum müssen wir sie kontaktieren und fragen wo das Problem war/ist um sie aktivieren zu können!

Und im Moment kann man den Zusammenhang mit meinem wachsenden Groll noch nicht wirklich sehen, weil da noch eine Mail fehlt und weil in unserer Zeit möglicherweise sehr kosteneffizient und gewinnorientiert agiert werden muss, auch in einem Verein.

... die Mail mit der Frage bezüglich Instruktor Breitensport und der kurzen Antwort meiner Kontaktperson:

Hallo Marco! Du kannst gerne die Ausbildung im Namen des Gebirgsverein belegen. Kosten sind selbst zu tragen.

Und aus …

Mehr war’s nicht …

Pffff …..

Darum führ ich keine Touren mehr für den Verein!

Da war keine Rede wie im weit oben angeführten Link – für aktive Mitglieder Rückerstattung der Aufenthaltskosten möglich. Da war auch kein Interesse an einer Tätigkeit als Sportklettertrainer im Verein selber, um soziale und spezifische Kompetenz im Verein weiter auszubauen - nebenbei ist geleistetes kein Thema mehr.

Chronologisch gesehen bekomme ich den Eindruck, dass der Verein ehrenamtliche Mitglieder beschäftigen und auch gewinnorientiert arbeiten will, ehrenamtlich arbeitende Mitglieder verhöhnt und Mitglieder die willens sind sich weiter zu bilden und für den Verein Tätig sein wollen verschmäht – denn die Antwort auf mein Mail nach meinen Erlebnissen und meiner Kommunikation mit dem Vereinen:

… ich bin nicht altruistisch genug für den Gebirgsverein. Das bedeutet auch, dass ich keine Touren mehr führen werde.

war …

Schade, dass es nicht weitergeht. Ich wünsche dir für deinen weiteren alpinen Weg alles Gute und viele schöne Touren.
Herzliche Grüße

… und aus?!

… ich setz mich sehr wohl mit den Dingen auseinander – die Frage ist allerdings ob der Verein es auch tut, oder, ob eh schon alle an ihren Grenzen tätig sind und darum nicht mehr in der Lage sind auf Menschen einzugehen, die von sich aus etwas für den Verein tun wollen?

Fazit:

Kommunikation nur mehr minimal und wenn, dann sehr „oberflächlich“ vorhanden, Verein ist nur mehr gewinnorientiert und ist nicht mehr in der Lage Menschen zu vereinen. Es wird angeboten und konsumiert. Alles wird individuell abgehandelt, die wirkliche Aufgabe, Menschen zu vereinen, ist scheinbar kein Ziel mehr. Ehrenamtlich tätige werden nicht zur Genüge unterstützt, es wird darauf vertraut, dass altruistisch gehandelt wird – was hauptsächlich dem Verein dient, den ehrenamtlichen Mitgliedern kaum mehr. Dank für das Geleistete wird nicht ausgedrückt, es scheint selbstverständlich zu sein, dass man für den Verein tätig sein darf.

Und nachdem Wertschätzung nicht mehr praktiziert wird, darf man halt als Ehrenamtlicher auch nix verlangen - eh klar, oder?

Und Robert - jemandem herzliche Grüße zu senden sollt vom Herzen kommen, deine Grüße sind kalt und glatt - behalt sie dir und achte auf dein Herz!