... als ich am Wochenende wieder mal am Weg zum Berg war, bei wunderbarem Wetter, und so vor mich hinwanderte von Großau den Törlweg auf die Rax rauf mit Rucksack und Seil,  um am Ottohaus zu übernachten und mich auf die Kletterei am nächsten Tag freute, die Anwesenheit eines mir wichtigen Menschen, die Natur, das menschenleere Großau (ein wirklich schönes Fleckchen Österreich) und die Schönheit der Landschaft mit Bergkulisse genoss, da beschloss ich, dass ich auch das mal hier hinterlegen möchte.

Wie gut es uns hier in diesem Österreich geht und wie schön unser Land doch ist. Das war schon am Weg mit dem Motorrad zur Rax, über einige Umwege (über den Schneeberg kann man nicht drüberfahren :) und am nächsten Tag am Heimweg erkennbar. Polen, Tschechen, Slovaken, Ungarn und sogar Engländer sah ich in ihren Fahrzeugen herumbrausen.

Menschen aus allen möglichen Ländern kommen zu uns und ich denke sie kommen genau aus diesem Grund. Man denke nur mal an den Campingplatz bei der Hohen Wand oder an Kaiserbrunn im Höllental - Tummelplatz für Kletterer aus allen Ländern. Wobei ich es ein bissal strange finde, dass ich dort niemals österreichische Kennzeichen erblicke und darum auch kein Wort von dem verstehe, was die Menschen dort gutgelaunt von sich geben, bei Tag oder bei Nacht.

Das sind Kletterparadiese für Sport- und Alpinkletterer und ich muss zugeben, dass ich nur diese wirklich kenne, weil sie wiennah liegen und ich dort hin nur eine Stunde fahr. Da sind die anderen Kletterparadiese, die noch weiter weg gelegenen Erhebungen in Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Steiermark und Tirol noch gar nicht miteinbezogen. Dachstein und Hochschwab kenne ich partiell, aber viel zu wenig. Ich brauch meine Zeit, bis ich mich bei und auf einem Berg gut auskenn und etwas über ihn aussagen kann - dafür benötige ich Jahre und viele Wanderungen und Kletterein in diesen wundervollen Gebieten.

Das habe ich am nächsten Tag auf der Rax, vom Ottohaus weggehend Richtung Lechnermauern, wieder mal erlebt. Wie oft war ich da schon oben und doch ist mir die Ecke vom Ottohaus noch immer ein bissal fremd, der Weg Richtung Gloggnitzerhütte zur südlichen Lerchnermauer unbekanntes Gebiet, mit neuen Perspektiven, bei der kleinen Dirnbacherhütte vorbei, wo man Unterschlupf finden würd bei Schlechtwetter oder einer größeren Kletterei am nächsten Tag.

Und wenn an so einem Tag das Wetter auch noch mitspielt, der Himmel blau leuchtet und die Kumuluswolken in bizarren Formen wunderschöne weiße Haufen bilden, den Schneeberg im Rücken, das große Höllental rechter Hand und ich vor mir die Lechnermauern erblicke - wow! Da ist mir das Herz übergegangen vor lauter Schönheit und Lebenslust und das wollt ich unbeding auch niederschreiben, weil Kritik gut und schön, aber genauso wichtig ist es das Schöne, Angenehme zu erwähnen - so wie wir es hier in Österreich zur Genüge vorfinden können, wenn wir wollen, bereit sind uns nur ein bissal anzustrenngen, wobei man ja auch mit der Seilbahn raufkommen kann, mir da aber das Erlebnis der Bewegung fehlt und der Weg, sprich Zustieg, auch ganz was wichtiges ist.

Da will ich mich auch gleich bei den Pionieren bedanken, die, aus welchen Gründen auch immer, wahrscheinlich ähnlicher Art wie bei mir, Touren einbohren, in denen wir uns dann sicher austoben können - da sei der Thomas Behm und Menschen wie Alfred Riedl (rip) erwähnt, die uns Österreichern und Menschen aus anderen Ländern diese Touren ermöglichen, sie dokumentieren und dadurch zugängig machen über die neuen Medien oder in handschriftlicher Form. Die Jentzsch Brüder mit ihrer Tourendatenbank bergsteigen.at, welche ich auch recht oft benutze und das Finden von geeigneten Touren vereinfachen - danke, danke, danke!

Ich freue mich über die "Fremden", die da zu uns kommen, teilweise schüchtern, ohne Gruß, weil sie unserer Sprache nicht mächtig sind, genau so wie ich ihrer nicht, sich in ihren Gruppen wohlfühlen, aber genauso wie ich, die von den oben erwähnten Personen bereiteten und dokumentierten Touren geniessen und darum in unser schönes Land kommen.

Da braucht es für mich keinen Urlaub im "Ausland", wobei ich Italien und das Meer schon auch sehr schätze. Muss da von lieben Menschen aber quasi entführt werden, um Österreich zu verlassen und woanders ein paar Tage oder Wochen meiner Zeit zu verbringen. Aber im Grunde genommen habe ich hier alles was für mich notwendig ist - Land, Leut und eine Art miteinander umzugehen, die angenehm ist, ein wenig zurückhaltend, im Falle des auf den anderen Zugehen sich aber öffnen können und schöne und menschliche Gespräche ermöglichen, ganz einfach und natürlich, weil jeder irgendwas zu erzählen hat, was interessant ist.

Ja, das wollt ich mal so schreiben - danke Österreich ...